Geschichtswissenschaft

Ursprünge

historia Die Freimaurerei geht auf die Erbauer der Kathedralen zurück, die sich als in sich geschlossene Zunft organisierten. Diese operativen Maurer waren ständig von einer Baustelle zu der anderen unterwegs und entzogen sich so der Autorität der Feudalherren und der Kirche. Sie wurden „Freie Maurer“, deren Bedeutung vom 12. bis zum 14. Jahrhundert immer weiter zu-, danach aber allmählich wieder abnahm.

In der Frühzeit der Renaissance hatte der Protestantismus Europa erschüttert, indem er sich gegen die Kirche stellte; ein Bruch ging durch die christliche Welt.

Galilei hatte, indem er sich auf Mathematik und Wissenschaft stützte, den Forschern seiner Zeit eine neue Welt eröffnet und anscheinend die Unendlichkeit des Universums bewiesen. Die Wissenschaft machte schnelle Fortschritte, eine immer tiefere Trennung zwischen den Dogmen der Religion und dem Bereich der Vernunft war die Folge.

Ende des 17. Jahrhunderts tauchte die Idee des Deismus auf, die sich allmählich zur Vorstellung eines Schöpfers als „Großer Architekt“ oder „Großer Uhrmacher“, der die Welt nach unveränderlichen Gesetzen geschaffen hätte, wandelte.

Der Übergang von der operativen zur spekulativen Freimaurerei passierte schleichend. Die Logen der operativen Maurer nahmen zunehmend Mitglieder auf, die kein Bauhandwerk ausübten – „angenommene“ Maurer, die an den Diskussionen teilnehmen durften, nachdem sie eingeweiht wurden.

Im 18. Jahrhundert prägten zwei Tatsachen das Aufkommen der spekulativen Freimaurerei: Zuerst ein ausgeprägter Laizismus. Er bietet – der Ideologie der Konstitutionen von James Anderson gemäß – mit dem Deismus eine Basis mit der alle Menschen einverstanden sein können. Dabei handelt es sich um eine Art natürliche Religion, die von jedem Zwang befreit ist und das Glück für alle sucht. (James Anderson, 1678 – 1739, ist Autor der Konstitution der Freimaurer von 1723, einem sehr ausführlichen Werk, das die Basis der männlichen spekulativen Freimaurerei bildet).

Weiters zeigt sich im 18. Jahrhundert ein Hang zur Universalität, der eine Öffnung Richtung Aufklärung ermöglicht und durch die Achtung von Toleranz und  Brüderlichkeit charakterisiert ist.

Die Revolution von 1789 besiegelte diese Weltanschauung, die auch in der Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte und der Ablehnung jeglichen Dogmatismus durch viele Maurer sichtbar wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde für die Erweiterung dieser Rechte gekämpft, insbesondere für die Achtung jedes Menschen und seiner Meinung und für das Recht der Frau auf uneingeschränkte Bürgerrechte.

In diesem Geiste lehnten sich Maria Deraismes und Georges Martin mit der Gründung des Internationalen Freimaurerorden für Männer und Frauen „LE DROIT HUMAIN“ gegen die herrschende Ordnung auf, indem sie die Frauen aus der gesellschaftlichen Ungleichheit befreien wollten. Annie Besant (1847 – 1933), eine berühmte englische Frauenrechtlerin und Mitglied des „DROIT HUMAIN “, sagte dazu: „Wenn es wahr ist, dass die Engländer die Maurerei nach Frankreich gebracht haben, so bringen heute die Franzosen eine erneuerte Maurerei nach England zurück, die mit der Aufnahme der Frau neben dem Mann in die Loge vervollständigt und gestärkt wird.“

Die Gemichste Freimaurerei

MARIA DERAISMES GM GEORGES MARTIN

Maria Desraismes (1828 – 1898), Journalistin und glühende Kämpferin für die Rechte der Frauen und Kinder, sowie Dr. Georges Martin (1844 – 1916), Stadtrat in Paris und Senator des Departements Seine, organisierten Kampagnen zu Gunsten der zivilen und politischen Rechte der Frauen, der Verteidigung der Kinderrechte, gegen die Intoleranz der Kirche und die Errichtung einer unparteiischen und den Ideen anderer mit Respekt begegnenden Schule.

Maria Desraismes wurde am 14. Jänner 1882 in der Loge “Les Libres Penseurs“ (“Die Freidenker“) in Le Pecq, ein kleine Gemeinde westlich von Paris eingeweiht. Sie war die erste Freimaurerin und wurde zum Symbol für die Gleichheit bei der maurerischen Einweihung.

Elf Jahr später, am 4. April 1893, errichteten Maria Desraismes und Georges Martin als anerkannter Freimaurer in Paris die erste gemischte Loge. Aus dieser “Mutterloge“ entstand die Symbolische Schottische Großloge nach altem schottischen Ritus “LE DROIT HUMAIN“, die die Gleichheit von Mann und Frau begründeten, und der wiederum später der Internationale Freimaurerorden für Männer und Frauen “LE DROIT HUMAIN“ entsprang.

Maria Desraismes starb am 6. Februar 1894. Die Organisation und Weiterentwicklung des “DROIT HUMAIN “ blag nun Georges Martin. Mit starkem Willen überwand er Grenzen, Ethnien, Religionen und Kulturen. Rasch gründete er Logen außerhalb Frankreichs, zunächst in der Schweiz und in England. Der Orden breitet dich in Europa und schließlich weltweit aus.

Der “DROIT HUMAIN“ basiert auf dem wunderbaren Traum, die Menschheit jenseits aller Hindernisse, Ethnien, eopolitischen Gegebenheiten, Religionen und Kulturen zu vereinen.